Mittwoch, 25. September 2013

17 hours in Oslo

Living in Scandinavia for a few months Norway's capital Oslo is a must-see. So we decided to go on a day trip to Oslo last weekend. As Norway in general and Oslo in particular isn't directly what you call cheap we abstained from an overnight stay. Here's the chronology of our trip.

Oslo ist ein absolutes Muss, wenn man sich einige Monate in Skandinavien aufhält. Weil auch der Herbst bisher mit tollem Wetter besticht, wollten wir keine Zeit verlieren, um Norwegens Hauptstadt im Sonnenschein zu erkunden. Vergangenes Wochenende ging es also nach Oslo, gefühlt eine der teuersten Städte der Welt. Übernachten kam also nicht infrage, stattdessen hatten wir die günstigsten Busse zu unmenschlichen Zeiten ausgesucht, die uns einen 17-Stunden-Aufenthalt in Oslo bescheren sollten. Hier die Chronologie der Reise:

02:15h: Departure from Nils Ericson Terminal in Gothenburg. We hadn't slept before, hoping it would be easier to sleep on the bus. It turned out that this plan didn't work...
Auf geht's am Göteborger Nils Ericson Terminal. Wir hatten darauf verzichtet, vorher zu schlafen, in der Hoffnung so besser im Bus schlummern zu können und bei der Ankunft fit zu sein. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte...

6:00h: Arrival in Oslo. At this hour the city was like a ghost town. We had breakfast at the bus terminal and started to explore the city afterwards.
Ankunft in Oslo, das zu dieser Stunde einer Geisterstadt glich. Wir hätten viel für ein Bett gegeben, waren müde und es war kalt. Aber einmal vor Ort, sollte natürlich die Stadt erkundet werden.

6:36h: Oslo Opera - where's the sun the forecast had actually promised?

6:54h: Good morning Oslo! (but still tired...)

7:22h A nice man opened the gates of the castle for us. Obviously he felt sorry for the four girls that were strolling through the ghost town feeling very cold.
Ein Schloss-Mitarbeiter hatte Mitleid und öffnete uns die Tore eineinhalb Stunden früher als vorgesehen. Bewacht von einem pflichtbewussten Wachmann, der uns mit seinen abrupten Bewegungen und seinem Gewehr mehrmals ziemlich erschreckte, durften wir die Anlage besichtigen.

10:0h After a stop at the tourist information and a walk through the city we went to the parliament to have a guided tour which turned out to be very interesting and informative. Additional advantages: It was free and warm in there and we had to walk around so that we couldn't fall asleep.
Nachdem wir durch die ganze Stadt gelaufen und der Tourist-Info einen Besuch abgestattet hatten, nahmen wir an einer Führung durch das Parlamentsgebäude teil. Eine gute Idee, denn sie war nicht nur kostenlos, interessant und informativ, sondern es war auch noch warm und durch das ständige Herumlaufen, Anhalten und Zuhören konnte keine von uns einschlafen...


12:28: After the guided tour the sun had come out and we had our first picnic in front of the parliament watching the Oslo Marathon that took place on this day. So many happy people everywhere and the warming sun made us feel less tired and cold.
Nach der Parlamentsführung war der Oslo Marathon in vollem Gange. Außerdem war endlich die versprochene Sonne herausgekommen. Angesichts der fröhlichen Menschenmassen und der wärmenden Sonne verfolg auch endlich die Müdigkeit - zumindest kurzzeitig - und kalt war uns auch nicht mehr.


15:00h As Oslo tourist a trip to one of the islands off the coast is a must. The boat trip took half an hour which most of us spent sleeping. We arrived on the island and all we did was to look for a place where we could continue our nap.
Um das ganze Touristenprogramm abzuspulen, wollten wir auf eine der vorgelagerten Inseln fahren. Die Bootsfahrt dorthin dauerte eine halbe Stunde, in der fast alle von uns einschliefen. Auf der Insel angekommen, war das Tagestief erreicht. Also suchten wir uns ein Plätzchen, um unser Nickerchen fortzusetzen.



17:00h: Afterwards we had regained some energy and were ready for a trip to Holmenkollen. There we visited the ski jump and watched the sunset.
Durch unser Nickerchen hatten wir wieder so viel Energie getankt, dass wir uns auf den Weg zum Holmenkollen machten. Wir kletterten an der beeindruckenden Skisprung-Schanze herum und konnten den Sonnenuntergang bei bester Aussicht genießen.







19:45h: Back in the city centre it was already dark. The last thing we did was to walk to the top of the opera building to enjoy the view over the illuminated city. After that we just went to the central station to find something we could spend our last Norwegian crowns on and waited for our bus to come and take us home in our beds in Gothenburg.
Zurück in der Innenstadt war es bereits dunkel. Das futuristische Opernhaus ist eine Art Aussichtsplattform, von der aus wir einmal mehr einen schönen Blick auf die inzwischen erleuchtete Stadt hatten. Danach galt es nur noch die restlichen norwegischen Kronen loszuwerden und auf unseren Bus zu warten, der uns in unsere heimischen Betten bringen sollte.


02:35h Arrival in Gothenburg. I've never longed so much for my bed in my student residence... But all in all it was a really nice trip that would have been even nicer with more sleep and warmer clothes.
Ankunft in Göteborg. Noch nie habe ich mich so auf mein Wohnheims-Bett gefreut! Das Ende eines schönen Ausflugs, der mit mehr Schlaf und wärmerer Kleidung ein nahezu perfekter gewesen wäre.

Freitag, 20. September 2013

Gekås Ullared

Dass Schweden geschäftstüchtige Leute sind, beweist nicht nur IKEA-Erfinder Ingvar Kamprad aus Elmtaryd bei Agunnaryd. Auch Göran Karlsson hatte 1963 eine Geschäftsidee, die ihm zwar nicht weltweit, aber immerhin in ganz Skandinavien Berühmtheit verschaffte. Gekås Ullared basiert auf einer Art Aldi-Prinzip, nur zentralisiert. Auf 25.000 m² Verkaufsfläche kaufen jährlich 4,5 Millionen Kunden meist viel mehr aus dem für schwedische Verhältnisse äußerst günstigen 100.000 Produkte umfassenden Warensortiment, als sie eigentlich wollen und brauchen. Gekås setzt auf den Kaufrausch-Effekt, dem man sich kaum entziehen kann ob der Fülle der günstigen und eventuell irgendwann mal nützlichen Dinge, die sich in den Regalen türmen. Laut Statistik legen die meisten Kunden rund 230 Kilometer für die Fahrt nach Ullared zurück. Aus ganz Skandinavien werden Bustouren angeboten. Vor Ort gibt es Campingplätze, Blockhütten, Ferienwohnungen und einen Badesee. Viele reisen mit der ganzen Familie zum Shopping-Urlaub an, und weil da oft auch ein Hund dazu gehört, kann man seinen geliebten Vierbeiner vor dem Shopping-Rausch bei der "Hunde-Dagis", dem Hundekindergarten abgeben. Nun hat man genug Hände frei, um mindestens einen Einkaufswagen und einen Shopping-Korb transportieren zu könnnen. Oft beobachtete Strategie sind jedoch ein Einkaufswagen an jedem Arm, in dem sich Shopping-Körbe stapeln. Dann geht es los: Kosmetik, Lebensmittel, Klamotten, alles für Haus, Auto, Boot und Garten, Reitbedarf, überhaupt Sportartikel, Küchenutensilien nicht vergessen! Wie wäre es mit einer neuen Wohnzimmerlampe? Oh, die Decke ist so flauschig! Und die schöne Weihnachtsdeko, stimmt, es ist ja auch schon Ende August!
Strategisch günstig gelegen ist das Restaurant im Shoppingtempel. Mittig, man kommt nicht daran vorbei. Und irgendwann macht sich auch im größten Shoppingwahn der Magen bemerkbar. Doch wohin mit den vollbeladenen Einkaufswagen? Natürlich auf den Wagen-Parkplatz. Auch die Kinder kann man parken - im Kinosaal. Ob dort die Hauseigene Reality-Serie mit dem Namen "Gekås Ullared" gezeigt wird, ist nicht überliefert.

So seltsam dieser Wahnsinn auch anmutet, das Prinzip funktioniert. Wir haben es gleich in unserer zweiten Woche hier ausgetestet. Unsere Bilanz: Vier Mädels füllten die Gekås-Kassen nach über vier Stunden Shopping mit über 600€. Der Verkaufsrekord, aufgestellt im Herbst letzten Jahres liegt übrigens bei 31,1 Millionen schwedischer Kronen an einem Tag.


Sonntag, 15. September 2013

Last days of summer



Today it really feels like autumn is coming. The first leaves are falling, it's windy and sometimes it rains. Obviously summer is over now. But our last days of summer were really nice ones. We had breakfast on the rooftop, went canoeing on Delsjön (It's incredible, you take the tram from the city centre and after 10 minutes you get off and are surrounded by beautiful nature!) and spent another day exploring another island in the archipelago. This time the weather was even better and so we immediately fell in love with Styrsö. After walking around for a while and taking pictures of all these lovely little red houses we had a fika (that's how the Swedes call it when they take a break and drink a coffee) at the landing stage of Tången harbour. Finally we decided to stay until sunset and passed the time searching for the viewpoint end enjoying the incredible view over the archipelago. A perfect end of summer! :-)


Nun ist der Herbst auch in Göteborg angekommen und hat den Spätsommer der letzten Tage vertrieben. Ein Glück, dass wir uns bemüht haben, jeden der Sonnenstrahlen auszunutzen. Am vergangenen Wochenende stand eine kleine Paddeltour auf dem Programm. Zehn Minuten braucht man mit der Straßenbahn für einen Szenenwechsel Großstadt/Naturparadies. Auch wenn der Delsjö für schwedische Verhältnisse schon ziemlich überlaufen ist (das heißt, man läuft Gefahr, Menschen zu treffen. Am Wochenende sogar in so unmittelbarer Nähe, dass man in Erwägung ziehen könnte, im Vorbeigehen zu grüßen), hatten wir eine wunderbar entspannte kleine Paddelrunde und anschließend ein Picknick am Strand. Und damit die mitgebrachten Bikinis wenigstens einmal zum Einsatz kamen, sprangen wir dann auch in den doch ziemlich kalten See.
Unter der Woche veranstaltete die Stadt Göteborg eine große Kick-Off-Party für alle neuen Studenten mit Livemusik und Studentenfütterung (Hamburger und Cola for free) im Trädgården. Noch immer war es so warm, dass wir bis zum Schluss draußen sitzen konnten.
Am Tag darauf ging es dann noch einmal in den Schärengarten. Dieses Mal strahlte die Sonne und die Insel Styrsö stand auf dem Programm. Wir mischten Touridasein (All die süßen kleinen roten Häuschen müssen doch unbedingt fotografiert werden!) mit typisch Schwedischem und hatten zünftig fika (so nennen die Schweden eine Kaffeepause) auf dem Bootssteg in Tången. Vor dem Sonnenuntergang schafften wir es sogar noch, den Aussichtspunkt zu finden, und als die Sonne schließlich im Meer verschwand, standen wir an Deck des Schnellbootes zurück zum Festland - ein perfekter Abschluss des Sommers! :-)


Rooftop breakfast

Canoeing on Delsjön


Student Göteborgs Kick-Off-Party

Styrsö

Touri-Bild ;-)


The most important is - of course - the little red house! ;-)



Styrsö Tången

Fika









Montag, 9. September 2013

Södra skärgården

This is my first bilingual blog post. First the English version for my international friends followed by the German one which will probably be longer and more detailed ;-)

Last weekend we went on our first trip to the archipelagoes  (I did that with copy and paste, the English word is so complicated that we decided to call them islands...) At the moment we went on the ship it started to rain but soon stopped again. The same happened when we got out on a beautiful island called Brännö. We were wet but happy and after strolling on the island and missing the viewpoint a couple of times we finally made it to the highest rock on the island and enjoyed the amazing view.

Der südliche Schärengarten hier in Göteborg gehört zu den Dingen, die man unbedingt gesehen haben muss. Weil viele Göteborger in der Stadt arbeiten, aber auf einer Schäre leben, gehören die Boote zum Liniennetz des Västtrafik. Keine Extrakosten, also nichts wie hin! Leider erwischten wir den ersten wirklich wechselhaften Tag. Vor dem ersten Schauer konnten wir gerade noch aufs Boot flüchten, der zweite ereilte uns dann beim Aussteigen auf der Insel Brännö. Wir Kieler fühlten uns ob des Wetters geradezu heimisch. Bald waren wir wieder getrocknet und ein bisschen über die Insel flaniert, immer auf der Suche nach dem ausgeschilderten Aussichtspunkt. Dreimal schafften wir es, an der entscheidenden Abzweigung vorbei zu laufen. Schließlich aber, als wir schon fast aufgegeben hatten, fanden wir den richtigen Weg und wurden mit einem tollen Ausblick belohnt.