Ihr Lieben, höchste Zeit, mal wieder etwas von mir hören zu
lassen! Der Oktober war hier der Besuchsmonat. Den Anfang machte Kristin, zu
meinem Geburtstag kam meine Familie für ein paar Stunden herübergeschippert und
dann war noch die liebe Paula da :-) Weil auch alle anderen viel Besuch hatten,
hatten wir das Göteborg-Besucherprogramm bald perfektioniert. Für alle, die „Götet“,
wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen, noch besuchen wollen, hier also
die erfolgreich erprobten Programmpunkte:
Tag 1: Ankommen und erst einmal ein bisschen Atmosphäre
schnuppern. Das geht am besten bei einem entspannten Spaziergang durch die
Stadt. Einmal die Kungsportsavenyn entlang bummeln und bevor die am
Kungsportsplatsen zum Shoppingparadies wird, in den Park der
Trädgårdsföreningen abbiegen. Dort gibt es selbst in der kalten Jahreszeit im
Palmhaus Pflanzen zu bestaunen und außerdem die Möglichkeit am Kanal entlang zu
schlendern. Und ganz wichtig: Im Rosencafé das erste zünftige
Fika genießen!
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Das Palmhuset im Trädgården |
Tag 2: Auf geht’s auf die Schären! Auch wenn die Stockholmer
behaupten, ihrer sei der „richtige“ Schärengarten, ist auch der in Göteborg bei
jedem Wetter einen Besuch wert. Ab in die Straßenbahn Nummer elf Richtung
Saltholmen, an der Endhaltestelle ausgestiegen und an Bord gegangen, schon
steht dem Schären-Abenteuer nichts mehr im Wege. Der hartgesottene
Schweden-Tourist lässt sich natürlich an Deck den Wind um die Ohren wehen. Wer
eine möglichst lange Bootstour machen möchte, steigt erst auf Vrångö, der südlichsten
bewohnten Schäre, aus, die für ihr Naturschutzgebiet bekannt ist. Will man
möglichst schnell auf einer Schäre ankommen, sind Köpstadsö und Styrsö eine
gute Wahl. Und wer die vollkommene Inselromantik erleben will, steigt auf
Brännö aus, wo es keine motorisierten Fahrzeuge gibt. Ob man nun eine der
Inseln ganz genau erkundet oder sich für die Insel-Hopping-Variante entscheidet
ist ganz egal. Der Schärentag wird auf jeden Fall toll, egal welche man
besichtigt!
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Styrsö |
Tag 3: Nach so viel Natur ist nun ein Shopping-Tag
an der Reihe! Den startet man am besten mit einem leckeren Brunch-Buffet in
Haga, dem ehemaligen Arbeiter- und nun Szeneviertel. Das Café Kringlan ist ganz
besonders süß. Sind hier alle Plätze belegt, geht’s weiter ins Le Petit Café.
Einziger Unterschied zum Kringlan-Brunch: Hier gibt’s statt Pfannkuchen
Blaubeergebäck.
Frisch gestärkt geht’s dann am Järntorget im
Second-Hand-Shop Myrorna los mit Shopping. Auf vier Etagen gibt es von
Klamotten über Möbel und Deko bis hin zu Büchern alles, was das
Schnäppchenjäger-Herz begehrt. Rund um den Kungsportsplatsen und den
Brunnsparken erstreckt sich Göteborgs Shoppingparadies. Hier finden sich große
Ketten wie H&M, Zara, TopShop, Mago… aber auch ab und zu eine niedliche
kleine Boutique. Bei schlechtem Wetter kann man in die Shoppingcenter Kompassen
oder Nordstan ausweichen. Aber Vorsicht: Das tut dann jeder! Und wenn sich ganz
Göteborg plus Touristen im Nordstan drängen, ist selbst diese riesige
Shoppingmeile zu eng.
Auch im schönsten Shoppingrausch braucht man mal
eine Pause. Verlässt man das Nordstan durch den Ausgang zum Gästehafen Lilla
Bommen, steht man direkt am Fähranleger des Älvsnabben. Im 30-Minuten-Takt
pendeln diese kleinen Boote zwischen der Halbinsel Hisingen und dem „Festland“.
Rund eine Stunde dauert eine Zickzack-Tour bis zum Deutschlandterminal der
Stena Line und wieder zurück zum Lilla Bommen. Nebenbei sieht man vom Wasser
aus die Oper, einen Teil-Campus der technischen Hochschule Chalmers, das
Dänemark-Terminal der Stena, die Göteborger Werft und das TV- und Radiozentrum
der Stadt. Nach dieser kurzen Pause werden noch einmal ungeahnte
Shopping-Kräfte freigesetzt.
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Brunch im Le Petit Café |
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Brunch im Café Kringlan |
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Second-Hand-Paradies Myrorna am Järntorget |
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Shoppingpause auf dem Älvsnabben |
Tag 4: Nun aber rein ins Vergnügen! Liseberg! Nordeuropas
angeblich größter Vergnügungspark ist auch für Achterbahn-Muffel die 90 Kronen
Eintritt wert. Mit seinen vielen Fahrgeschäften für Groß und Klein ist er ein wahres
Kinderparadies, aber auch Erwachsene können sich an der liebevollen Gestaltung
der Buden erfreuen. Das gilt im Sommer wie im Winter, wenn sich der Park in
einen großen Weihnachtsmarkt verwandelt. Ein teures Vergnügen wird es auf jeden
Fall. Egal ob Achterbahn, Essen oder die Roulette-Glücksräder, bei denen es
Süßigkeiten im Riesenformat zu gewinnen gibt – alle Attraktionen haben hohes
Suchtpotential! Man tut gut daran, sich vorher ein Ausgaben-Limit zu setzen und
auch nur so viel Geld mitzunehmen. Ist dieses aufgebraucht, wird es höchste
Zeit, die bunte Glitzerwelt Lisebergs zu verlassen und in die Realität zurückzukehren.
Das klappt gut bei einem Ausflug in den Slottskogen. Dieser Park ist
Erholungsfläche, Jogger-Paradies, Tierpark und Frisbee-Golf-Terrain zugleich.
Und: eine sichere Adresse, um in Schweden echte Elche zu sehen. Das ist zwar
geschummelt, aber deshalb nicht weniger beeindruckend und der letzte Punkt auf
der Must-See-Liste in Göteborg.
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Liseberg |
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Marabou-Glücksrad |
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Ein erfolgreicher Liseberg-Tag |
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Der Slottskogen |
Vier Tage Göteborg reichen also aus, um einen
umfassenden Eindruck von Schwedens zweitgrößter Stadt zu bekommen. Natürlich
gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Und wer nach einigen Tagen
Göteborg voller Eindrücke im Flugzeug, in der Bahn oder auf dem Schiff nach
Hause sitzt, der wird nicht anders können als die Stadt zu lieben, versprochen!
P.S.: Für den Fall der Fälle: Regenschirm nicht vergessen ;-)

Bald melde ich mich wieder mit einem Uni-Post, denn im November war tatsächlich mal ein bisschen studieren angesagt. Außerdem sind ein Post über das vergangene Wochenende in Aarhus, wo ich an einem EHF-Workshop teilgenommen habe und ein weiterer über meinen Stockholm-Trip mit Lisa in Planung, bevor es in zwei Wochen nach Lappland geht! Bis bald, eure Merle :-)