Sonntag, 24. November 2013

Göteborg in vier Tagen - Das erfolgreich erprobte Besucher-Programm



Ihr Lieben, höchste Zeit, mal wieder etwas von mir hören zu lassen! Der Oktober war hier der Besuchsmonat. Den Anfang machte Kristin, zu meinem Geburtstag kam meine Familie für ein paar Stunden herübergeschippert und dann war noch die liebe Paula da :-) Weil auch alle anderen viel Besuch hatten, hatten wir das Göteborg-Besucherprogramm bald perfektioniert. Für alle, die „Götet“, wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen, noch besuchen wollen, hier also die erfolgreich erprobten Programmpunkte:

Tag 1: Ankommen und erst einmal ein bisschen Atmosphäre schnuppern. Das geht am besten bei einem entspannten Spaziergang durch die Stadt. Einmal die Kungsportsavenyn entlang bummeln und bevor die am Kungsportsplatsen zum Shoppingparadies wird, in den Park der Trädgårdsföreningen abbiegen. Dort gibt es selbst in der kalten Jahreszeit im Palmhaus Pflanzen zu bestaunen und außerdem die Möglichkeit am Kanal entlang zu schlendern. Und ganz wichtig: Im Rosencafé das erste zünftige Fika genießen!

Das Palmhuset im Trädgården


Tag 2: Auf geht’s auf die Schären! Auch wenn die Stockholmer behaupten, ihrer sei der „richtige“ Schärengarten, ist auch der in Göteborg bei jedem Wetter einen Besuch wert. Ab in die Straßenbahn Nummer elf Richtung Saltholmen, an der Endhaltestelle ausgestiegen und an Bord gegangen, schon steht dem Schären-Abenteuer nichts mehr im Wege. Der hartgesottene Schweden-Tourist lässt sich natürlich an Deck den Wind um die Ohren wehen. Wer eine möglichst lange Bootstour machen möchte, steigt erst auf Vrångö, der südlichsten bewohnten Schäre, aus, die für ihr Naturschutzgebiet bekannt ist. Will man möglichst schnell auf einer Schäre ankommen, sind Köpstadsö und Styrsö eine gute Wahl. Und wer die vollkommene Inselromantik erleben will, steigt auf Brännö aus, wo es keine motorisierten Fahrzeuge gibt. Ob man nun eine der Inseln ganz genau erkundet oder sich für die Insel-Hopping-Variante entscheidet ist ganz egal. Der Schärentag wird auf jeden Fall toll, egal welche man besichtigt!

Styrsö






Tag 3: Nach so viel Natur ist nun ein Shopping-Tag an der Reihe! Den startet man am besten mit einem leckeren Brunch-Buffet in Haga, dem ehemaligen Arbeiter- und nun Szeneviertel. Das Café Kringlan ist ganz besonders süß. Sind hier alle Plätze belegt, geht’s weiter ins Le Petit Café. Einziger Unterschied zum Kringlan-Brunch: Hier gibt’s statt Pfannkuchen Blaubeergebäck.
Frisch gestärkt geht’s dann am Järntorget im Second-Hand-Shop Myrorna los mit Shopping. Auf vier Etagen gibt es von Klamotten über Möbel und Deko bis hin zu Büchern alles, was das Schnäppchenjäger-Herz begehrt. Rund um den Kungsportsplatsen und den Brunnsparken erstreckt sich Göteborgs Shoppingparadies. Hier finden sich große Ketten wie H&M, Zara, TopShop, Mago… aber auch ab und zu eine niedliche kleine Boutique. Bei schlechtem Wetter kann man in die Shoppingcenter Kompassen oder Nordstan ausweichen. Aber Vorsicht: Das tut dann jeder! Und wenn sich ganz Göteborg plus Touristen im Nordstan drängen, ist selbst diese riesige Shoppingmeile zu eng.
Auch im schönsten Shoppingrausch braucht man mal eine Pause. Verlässt man das Nordstan durch den Ausgang zum Gästehafen Lilla Bommen, steht man direkt am Fähranleger des Älvsnabben. Im 30-Minuten-Takt pendeln diese kleinen Boote zwischen der Halbinsel Hisingen und dem „Festland“. Rund eine Stunde dauert eine Zickzack-Tour bis zum Deutschlandterminal der Stena Line und wieder zurück zum Lilla Bommen. Nebenbei sieht man vom Wasser aus die Oper, einen Teil-Campus der technischen Hochschule Chalmers, das Dänemark-Terminal der Stena, die Göteborger Werft und das TV- und Radiozentrum der Stadt. Nach dieser kurzen Pause werden noch einmal ungeahnte Shopping-Kräfte freigesetzt.
Brunch im Le Petit Café

Brunch im Café Kringlan
Second-Hand-Paradies Myrorna am Järntorget
Shoppingpause auf dem Älvsnabben

Tag 4: Nun aber rein ins Vergnügen! Liseberg! Nordeuropas angeblich größter Vergnügungspark ist auch für Achterbahn-Muffel die 90 Kronen Eintritt wert. Mit seinen vielen Fahrgeschäften für Groß und Klein ist er ein wahres Kinderparadies, aber auch Erwachsene können sich an der liebevollen Gestaltung der Buden erfreuen. Das gilt im Sommer wie im Winter, wenn sich der Park in einen großen Weihnachtsmarkt verwandelt. Ein teures Vergnügen wird es auf jeden Fall. Egal ob Achterbahn, Essen oder die Roulette-Glücksräder, bei denen es Süßigkeiten im Riesenformat zu gewinnen gibt – alle Attraktionen haben hohes Suchtpotential! Man tut gut daran, sich vorher ein Ausgaben-Limit zu setzen und auch nur so viel Geld mitzunehmen. Ist dieses aufgebraucht, wird es höchste Zeit, die bunte Glitzerwelt Lisebergs zu verlassen und in die Realität zurückzukehren. Das klappt gut bei einem Ausflug in den Slottskogen. Dieser Park ist Erholungsfläche, Jogger-Paradies, Tierpark und Frisbee-Golf-Terrain zugleich. Und: eine sichere Adresse, um in Schweden echte Elche zu sehen. Das ist zwar geschummelt, aber deshalb nicht weniger beeindruckend und der letzte Punkt auf der Must-See-Liste in Göteborg.

Liseberg
Marabou-Glücksrad

Ein erfolgreicher Liseberg-Tag
Der Slottskogen

Vier Tage Göteborg reichen also aus, um einen umfassenden Eindruck von Schwedens zweitgrößter Stadt zu bekommen. Natürlich gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Und wer nach einigen Tagen Göteborg voller Eindrücke im Flugzeug, in der Bahn oder auf dem Schiff nach Hause sitzt, der wird nicht anders können als die Stadt zu lieben, versprochen!

P.S.: Für den Fall der Fälle: Regenschirm nicht vergessen ;-)

 Bald melde ich mich wieder mit einem Uni-Post, denn im November war tatsächlich mal ein bisschen studieren angesagt. Außerdem sind ein Post über das vergangene Wochenende in Aarhus, wo ich an einem EHF-Workshop teilgenommen habe und ein weiterer über meinen Stockholm-Trip mit Lisa in Planung, bevor es in zwei Wochen nach Lappland geht! Bis bald, eure Merle :-)